Am späten Vormittag im Baumarkt eine Kabeltrommel erstanden, denn die im Camper befindliche Spezialversion passt nicht zum polnisch/baltischen Standard. Im Camper habe ich noch ein verborgenes Staufach gefunden, darin war der Wasserschlauch und viel Platz für Sachen, die wir lange oder gar nicht brauchen werden.
Auf der Autobahn reihen wir uns gegen halb 12 in eine endlose LKW-Kolonne ein – es scheint, als sei die A4 die eine Versorgungsader für ganz Polen, das Baltikum und die Ukraine noch dazu. Das geht so bis Breslau aber auch danach bleibt der Verkehr dicht und ein paar Baustellen führen zu langen Staus. Insgesamt kommen wir viel langsamer voran als gedacht, in 6 Stunden gerade mal 400 Kilometer. Nach über 1000 Kilometer müssen wir das erste Mal tanken, der Citroen verbraucht 7.5 L/100Km, was für Gewicht und Größe des Fahrzeugs doch recht passabel ist.
Unser Campingplatz der Wahl heißt Bumerang, liegt wunderschön am Ortsrand in einer Streuobstwiese mit weitem Blick über die Felder und einem Storchennest als spezielle Attraktion. Die beiden fast ausgewachsenen Jungvögel lassen sich das Maul vollstopfen und zanken sich um eine Schlange, die die Elternvögel serviert haben. Bei uns besteht das Abendessen aus gut portionierbaren Nudeln, insofern kein Grund zu streiten. Der Platzwart kommt mit einem Golfcart vorbei, spricht sehr gut Deutsch und erzählt von früher und was man so erlebt mit den durchreisenden Touristen, die bis zum Abend den Platz unerwartet gut gefüllt haben, ein reges Treiben aus vielen Ländern. Ein Paar mit kleinen Kindern und einem ebenso kleinen Camper ist schon zum dritten Mal zu Gast und da, so erläutert der Platzwart, erkenne man den tieferen Sinn des Namens ‚Bumerang‘.



