Wir verbringen den Tag im Gauja Nationalpark, erste Station ist ein Wildpark mit allerlei Kleingetier und, besonders interessant, Bären und Elchen. Der erste Käfig auf dem langen Wanderweg durch den Urwald beherbergt Eichhörnchen, da hält sich die Begeisterung noch in Grenzen. Luchs, Dachs, Bieber, Siebenschläfer geruhen sich zu verbergen, zu sehen sind Marder, Fuchs, Marderhunde, Eulen und tatsächlich Bären und Elche. Die Bären müssen eine furchtbar anstrengende Nacht gehabt haben, so wie sie völlig erschöpft in der Sonne schlafen. Die Elche sind ganz nett anzusehen, aber am spannendsten war vor dem Bärengehege ein ruchloser Mord an einem Frosch, verübt durch eine kaltblütige Ringelnatter, die nach unserer Meinung den Frosch niemals verschlucken könnte, ihn aber an den Hinterbeinen gepackt und nicht mehr ausgelassen hat.





An einem Zufluss der Gajua, der Amata, machen wir noch eine sehr schöne Wanderung durch den Wald entlang von Sandsteinfelsen.





Nach einem letzten Kaffee in Lettland, in dem kleinen Ort Ligatne (mit einer ehemaligen Papierfabrik und einem Bunker aus Sowjetzeiten) fahren wir weiter nach Süden, Richtung Litauen. Google routet uns eiskalt über nicht asphaltierte Feldwege und Forststraßen, zum Glück recht gut befahrbar.
In Birzai, ein paar Kilometer hinter der Grenze kehren wir in den dortigen kleinen Campingplatz ein, entscheiden uns aber alsbald mit den Rädern in den Ort zu fahren. Dort gibt es mehrere Brauereien, eine davon mit Restaurant, welches wir für unser Abendmahl aussuchen. Hier wird eine Bier-Degustation mit allen 9 Sorten der Brauerei, zusammen mit einem phantasievollen Snack und einer ausführlichen Beschreibung der Biere angeboten. Die kleinen Gläser gut gefüllt sind das fast 1,5 Liter – da fügt es sich gut, dass in Litauen 0,4 Promille als Radfahrer erlaubt sind (0,2 in Lettland und 0,0 in Estland). Das Essen war übrigens genauso vorzüglich wie die Biere. Der Heimweg flutscht mit etwas Rückenwind, fast schon im Dunkeln, aber wir hatten in Polen auf dem Hinweg schon Lichter für die MTB’s gekauft, die nun zum Einsatz kommen.

