Auf der Strecke von Tallin zur Fähre hinüber zur Insel Muhu liegt noch die Wanderung #46 aus dem Wanderführer durch den Nationalpark Matsalu, zu den größten Auwiesen des Baltikums. In Wirklichkeit handelt es sich aber um ein Schutzgebiet für das europäische Weiderind, das hier in freier Wildbahn vorkommt, in verschiedenen Schattierungen von schwarz über braun bis fast weiß. Die riesigen Bovine, eine Unterfamilie der Hornträger, sind gut zu beobachten und haben eine geringe Fluchtdistanz. Beeindruckend! Die weiten Auwiesen sollen ein Vogelbrutgebiet sein, aber natürlich sieht man im dichten Schilf keine Vögel. Doch, da sind zwei Schwäne mit ihren drei Jungen, ebenso spektakulär wie das Großwild. Auch die seltenen Zitronenfalter und Admirale sind hier meist um die Augustmitte anzutreffen. Da haben sich alle Mühen der weiten Reise gelohnt!




Die Überfahrt nach Muhu geht halbstündlich und flott. Auf der kleinen Insel gibt es bei Üügu (kein Tippfehler!) eine ebenso kleine ‘Steilküste’, auf deren oberer Ebene nur ein paar niedrige Wacholderbüsche wachsen und einen freien Blick auf die Ostsee gewähren. Hier darf man sogar über Nacht stehen bleiben, wenn man bei den Eigentümern anruft und einen kleinen Obulus bezahlt, der persönlich abgeholt wird. Dieser Spot ist umwerfend schön, der beste Platz bisher, aber auch kein Geheimtipp mehr, wie wir naiverweise gedacht hatten. Da wir früh dran waren, haben wir aber den Premiumplatz. Und es ist so warm, dass man das Abendessen draußen und auch noch ohne Mücken genießen kann.







