Das war wieder eine lange Fahrt. In Polen überholen wir nicht die LKW sondern fahren stundenlang nebenher, Lücken tun sich nicht auf. Das ist nicht weiter schlimm, weil die PKW auch nicht viel schneller fahren dürfen als wir wollen. An der Grenze stehen wir 6 Km im Stau, 45 Minuten, und werden dann doch nicht kontrolliert, wie man überhaupt den Eindruck hat, dass alle Fahrzeuge, bis auf den Flix Bus, einfach weiter gewunken werden.
Pause machen wir auf einer kleinen als Parkplatz in Google verzeichneten Schotterfläche ein paar 100 m neben der Autobahn. Es ist wie im Autokino, die Landstraße ist gesperrt, ohne ersichtlichen Grund, aber bis zu dem Parkplatz kann man fahren, dann ist Schluss. Weil es aber keiner glaubt, kommt ein Fahrzeug nach dem anderen angefahren um dann zu wenden. Scheinbar sind nicht alle relevanten Zielgruppen informiert worden, denn auch die Linienbusse kommen in Abständen angefahren um dann ebenfalls wieder zu wenden. Mancher versucht noch, über das Stoppelfeld weiter zu kommen, aber das sind nur die ganz hart gesottenen.
Als Tagesziel suchen wir uns einen hervorragend bewerteten Campingplatz am Murner See heraus, den wir von der Autobahn nach ein paar Kilometer erreichen, nicht ohne ein wenig ‘Lettland-Feeling’, nämlich Schotterstraßen mit Wellblechmuster. Der Platz selber ist vollkommen ausgebucht und in der overflow area, schnöde Parkplätze in einer Wiese finden sich noch ein paar wenige Lücken. Immerhin gibt es ein Restaurant mit Seeterrasse, flotter Bedienung und ungehindert freien Blick auf den wunderschönen Sonnenuntergang mit Karibikflair. Davon abgesehen ist der Platz für uns absolut abschreckend, verglichen mit dem, was wir in den letzten 5 Wochen so an Stellplätzen erlebt haben.

