Breslau und die Zwerge

Die Sonne schien, aber bei einstelligen Temperaturen in der Früh, für August schon ziemlich zapfig und zudem windig, deshalb haben wir das erste mal die Heizung angemacht und die funktionierte leise und machte schnell warm.
Direkt vor dem Campingplatz fahren mehrere Straßenbahnlinien in die Stadt, wie praktisch, besonders, wenn man in die in die richtige Richtung fährt und es geschafft hat, mit der App einen passenden Fahrschein auszuwählen und zu erwerben.

Die Altstadt von Breslau, besonders der zentrale Platz, in dessen Mitte das Rathaus steht ist wirklich spektakulär ,mit alle den perfekt renovierten, bunten und vielgestaltig verzierten Fassaden. Wir machen den Fehler draußen frühstücken zu wollen, der Platz liegt zwar in der Sonne aber am Fuße einer großen Kirche, die den Wind nochmals verstärkt und uns bald das Essen von Teller fegt. Den Cappuccino verschieben wir auf später. Natürlich gibt es in Breslau auch viele Kirchen mit Türmen auf die man steigen kann, wir wählen zielsicher den mühsamsten, mit 91 m Höhe und einer wirklich engen und sehr steilen Wendeltreppe. Die Aussicht lohnt aber allemal und ein bisschen Frühsport soll ja auch nicht schaden, nachdem wir gestern den ganzen Tag gesessen sind.

Die Altstadt wird von der Oder durchquert, die auch mehrere Inseln bildet und es gibt viele alte und hübsche Brücken, z.B. um zur Kathedrale zu gelangen, die auf einer der Inseln erbaut wurde. Auf einer dieser Inseln läuft eine ziemlich große und vielfältige Benifizveranstaltung der ukrainischen Gemeinde in Breslau mit Musik, Aufführungen, Angebote für Kinder und Verkaufsständen mit Selbstgemachtem.

In ganz Breslau wird man auf Schritt und Tritt von bronzenen Zwergen begleitet. Mit unterschiedlichsten Motiven, passend zum Ort des Geschehens sind diese Figuren das Markenzeichen des Breslau Tourismus. Diese Tradition geht zurück auf Wandbilder (bzw. Graffities) mit denen das kommunistische Regime in den 80er Jahren lächerlich gemacht wurde.

Wir machen noch eine Bootsfahrt, die aber wenig erhellend stadtauswärts verläuft, in der Innenstadt sind zu viele Schleusen, die so für eine kurze Fahrt vermieden werden. An der Anlegestelle sind Dutzende Fressbuden aufgebaut (nur nicht mit polnischen Spezialitäten) und das scheint der Event in Breslau zu sein, es ist ja auch Sonntag und man kommt kaum durch.
Wir schlendern noch weiter durch die Altstadt, auch entlang des Wassergrabens, der die Altstadt umschließt. Uns fällt auf, dass es ein Heer an hunderten Fahrradkurieren gibt, die mit E-Bikes durch die Stadt rasen, ohne Rücksicht auf Verluste, der restliche Radverkehr fällt kaum ins Gewicht.

Nach einem Bier auf einem gemütlichen Sofa in einer Bar finden wir ein originelles Lokal ‘Konspira’, welches in einem alten Gemäuer die Geschichte der Gewerkschaft Solidarnosc aufleben lässt, zu der auch Breslau erheblich beigetragen haben soll. Es gibt feinste Rouladen. Der Heimweg ist einfacher zu finden, da man die selbe Strecke einfach wieder zurück fährt…

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