Moorbad im Soomaa Nationalpark

Pärnu ist ein ganz nettes kleines Städtchen an der Ostsee und man hat eine gute Auswahl an Gaststätten für einen leckeren Brunch. Die Fußgängerzone hat in den alten Holzhäusern viele kleine, individuelle Boutiquen. Die Russisch-Orthodoxe Kirche im Ort prägen keine klassischen Zwiebeltürme, eher schlanke Frühlingszwiebeltürme.

Auf dem Markt kaufen wir eine unbekannte Sorte Beeren, die eine äußerliche Ähnlichkeit mit Himbeeren haben, aber leider viel besser aussehen, als sie schmecken. Sonst ist hier nicht viel los, obwohl Pärnu das angesagte Seebad in Estland sein soll. Weil wir die Einschränkungen eines Halteverbots invers gedeutet haben, bekommen wir auch noch einen Strafzettel. Estnisch ist eben nicht ganz einfach zu verstehen. Da fahren wir lieber weiter in den Soomaa Nationalpark, der im Frühjahr wochenlang meterhoch überschwemmt ist. Jetzt, im Sommer, ist alles nur normal-nass.

In einem Moorgebiet, wieder mit hübsch angelegtem Holzbohlenweg, gibt es Badestellen, an denen man in die dunkelbraune, aber nicht unappetitliche Brühe steigen kann. Die Temperatur ist sicher über 20°, aber nicht viel. Auf dem Weg ins Moor geht es durch einen Wald, in dem Myriaden Mücken lauern. Bleibt man stehen, fallen sie erbarmungslos über einen her. Im Moor selber nicht eine einzige von den Plagegeistern.

Wir stehen als einziger Camper auf einer großen Wiese eines Campingplatzes, der eher ein Ferienlager an einem Fluss ist. Der Hausstorch steht auf dem Kamin und scheint fliegende Fische zu fangen, wärmt sich aber nur den Hintern, denn unter ihm wird der Saunaofen geheizt, schräger Vogel…

Am Abend tanzen die Mücken zu hunderten vor unseren Fliegengittern, der quantenmechanischer Effekt erlaubt nicht wenigen von ihnen, durch die Maschen zu tunneln.

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