Danke Minister Dobrindt

Nach einer kleinen Führung durch Bischofsgrün, mit Fokus auf den Bäcker, gibt es ein kleines Frühstück bei Uschi und Martin. Wir inspizieren gegenseitig unsere Camper und stellen fest, dass sie eigentlich ganz ähnlich sind, bis auf kleine, aber wichtige Details. So bekommen wir ein USB Ladegerät, welches wie eine Lampe in die Stromschienen eingeclickt wird – sehr praktisch! Ein weiteres Problem gelöst: Mit Martins Werkzeug unsere Hängerkupplung nur minimal umgebaut, damit die Hecktüren aufgehen, auch ohne Fahrräder und Träger jedes mal demontieren zu müssen. So gegen Mittag fahren wir los, erstmal in die falsche Richtung, wie das so ist, wenn das persönlich Navi meint, es besser zu wissen als Google.

Auf schönen Landstraße fahren wir durch das Fichtelgebirge wieder zur Autobahn Richtung Dresden, dort ist viel Verkehr, aber fast keine Baustellen oder Staus.. Einige Kilometer vor der polnischen Grenze kündigt sich der Grenzkontrollenstau an. Da geht man doch besser vorher noch mal pinkeln auf dem nächsten Autobahnparkplatz – wie sich zeigt, ein magischer Ort. Minuten nach unserer Ankunft parken zwei Plätze weiter die Schwiegereltern unserer Tochter, Annett und Ulf ein. Es gibt Zufälle, die eigentlich keine sein können, dass muss jemand in den Lauf der Welt eingegriffen haben… Die beiden sind auf dem Weg nach Polen zu einem kurzen Urlaub. Man kann auf einem Autobahnrastplatz so viel Spaß haben, mit Eiskaffee und Karotten!

Kurz vor der Grenze fahren wir in Bautzen zur Zulassungsstelle und besorgen uns im Handumdrehen das fehlende Kennzeichen für den Fahrradträger, dann stehen auch wir im Stau und fluchen über die schwachsinnigen Grenzkontrollen, die zumindest auf polnischer Seite nur eine Fahrbahnverengung sind – die Leidtragenden sind vor allem polnische Fahrzeuge. Aber hätte Herr Dobrindt das nicht provoziert, dieses magische Treffen auf dem Parkplatz hätte nur in einer Parallelwelt stattgefunden.

Während der Fahrt beschließen wir, wie Annett und Ulf, ebenfalls in Bunzlau zu bleiben und finden einen kleinen, neu eröffneten Campingplatz, der ein paar Kilometer außerhalb auf einer hübschen Waldlichtung angelegt ist. Sehr herzlich werden wir eingewiesen und mit einem passenden Stromkabel versorgt. Jetzt kommen unsere Mountainbikes zum Einsatz und wir rollen auf Feld- und Waldwegen bergab zurück nach Bunzlau, zum gemeinsamen Abendessen auf dem Marktplatz in einem leckeren polnischen Lokal. Hier sind scheinbar so wenige Touristen unterwegs, dass es die Speisekarte nur auf Polnisch gibt und wir mit Google Lens übersetzen müssen. So verlängern wir das Rastplatzwunder noch bis in die Dämmerung und strampeln ohne Licht durch den Wald wieder hinauf zu unserem Schlafplatz.

Der Marktplatz von Bunzlau (Boleslawiec)

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