Riga!

Mit dem Rad fahren wir vom Campingplatz ca. 3-4 Km in die Altstadt, über die große, aus der Ferne beeindruckende Hängebrücke über den Fluss Düna. Auf der Brücke beeindruckt mehr die völlig verrottete Unterkonstruktion, die mit nachträglich angeschweißten, mittlerweile ebenfalls maroden Stahlträgern nur mühsam zusammengehalten wird.

Die Altstadt ist nicht groß und gut zu Fuß zu erkunden, wir lassen unsere Fahrräder an der Petri-Kirche stehen, um, für die bessere Übersicht, den Turm zu besuchen. Von oben hat man praktisch alle bedeutenden Bauwerke der Stadt im Blick. Viele der alten Häuser sind sorgfältig renoviert, viele Plätze und die Parks sind üppig mit schönen Sommerblumen bepflanzt – um die Bewässerung muss man sich ja hier nicht kümmern. Die Stadt ist voller Touristen, sehr viele in Reisegruppen, da geht es uns gut, dass wir nicht wie eine Schafherde herumgetrieben werden, aber unser Pensum ist auch nicht ohne.

Der Markt von Riga ist in 5 großen Hallen untergebracht, ehemals von Deutschland errichtete Fertigungshallen für Zeppeline. Es gibt eine Halle nur für Fleisch, für Fisch, Gemüse und Obst ist nach draußen verbannt, vielleicht aber auch nur, weil die Gemüse-Halle renoviert wird. In der Fressbuden-Halle versorgen wir uns recht rustikal mit very local food. Kaviar kommt nicht in die Tüte, zum Nachtisch bescheiden wir uns mit Himbeeren. Soweit erkennbar, sprechen alle Marktfrauen russisch.

In der Stadt gibt es viele Restaurants und ‘Cafés’, die bei uns eher als Kneipen durchgehen. Da muss man schon ein bisschen suchen, bis man ein echtes Café findet. In einem engen Hinterhof versteckt sich ein urig eingerichtetes Lokal, die auch verschiedene Kuchen in der Vitrine haben. Wiedermal schaffen wir es, den Regenschauer in unsere Pause zu legen.

Am frühen Abend machen wir eine nette Rundfahrt mit diesem antiken Holzboot durch den ehemaligen Graben rund um die Stadtmauer hinaus auf den Fluss Düna und von hinten wieder zurück. Die Befestigungsanlagen wurden Mitte des 19. Jhd. abgerissen, der Burggraben aber erhalten.

Wir suchen uns eines der typisch lettischen Gaststätten für’s Abendessen – ein Selbstbedienungsrestaurant, einer Kantine nicht unähnlich. Die Küche ist offen und man wählt mit dem Finger das da und das da bis genug (oder eher zu viel) auf dem Teller liegt. Jetzt am Abend sitzt sogar die Gattin lieber drinnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert