Das Bernsteinmuseum in Palanga

Außer Strand und Kirmes hat Palanga noch ein echtes Highlight zu bieten: Im Zentrum eines großartigen Schlossparks ließ der Graf Feliks Tyszkiewicz 1897 ein Palais errichten, in dem seit 1963 die weltweit größte Bernsteinsammlung mit ca. 15.000 Stücken untergebracht ist.

Ca. 5000 Exponate davon sind ausgestellt. Das beginnt mit den gefundenen Rohlingen (der schwerste mit 3,5 Kg), einer Bearbeitungswerkstatt, besonders schönen Steinen mit eingeschlossenen Insekten und endet mit einer Sammlung von Bernstein-Kunstwerken litauischer Künstler. Dazu wird die Entstehung von Bernstein erläutert, versteinertes Harz einer inzwischen ausgestorbenen Kiefernart, welches zum Erhalt ‘rechtzeitig’ unter Wasser gelangen musste. Das heißt, dass man Bernstein vorwiegend im Meer oder am Strand findet. Es gab im 19. Jhd. eine regelrechte Industrie, die vor der Küste geschürft hat, aber auch schon in der Steinzeit wurde Bernstein bearbeitet und als Schmuck verwendet.

Im Restaurant ‘1925’ haben wir im Garten gefrühstückt und mussten, wie meist in diesem Land, sehr viel Geduld aufbringen, bis wir bedient wurden (und dann kam der Lachssalat auch noch ohne Lachs und das Omlett ohne Speck). Unser Womo durften wir auf dem Campingplatz stehen lassen, bis wir am Nachmittag mit dem Rad zurückkamen. Dann waren es nur noch wenige Kilometer bis wir die lettische Grenze überquert haben (ganz Schengen-konform ohne anzuhalten). Unser Ziel war der Nationalpark Pape, zu dem eine üble Schotterstraße von der neu gebauten Hauptstraße abzweigt. Wir werden sehr nett empfangen und haben sehr viel freie Fläche zur Wahl, um den Camper abzustellen – das ist gar nicht so vorteilhaft, wie es sich anhört, denn die Diskussionen um die beste geographische Ausrichtung des Fahrzeugs, Nord-Süd oder besser WestNordWest- SüdSüdOst, Tür Richtung Strand oder Tür Richtung Klo, das dauert. In der Zwischenzeit baut sich in der Ferne eine schwarze Wolkenwand auf, was uns aber nicht von einem Spaziergang am Strand abhält, der übrigens hübsch bunt coloriert ist. Gemütlich eine halbe Stunde durch die minimale Brandung nach Süden gewatet und dann eiligst wieder zurück. Nur Sekunden bevor uns das Gewitter überrollt schließen wir die Luken im Camper.

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