Palanga – Rimini in Litauen

Der Tag beginnt beschaulich mit einem putzigen Zaunkönig beim Kaffee, danach gehen wir nochmal an den Strand, der gegen Mittag immer noch praktisch menschenleer ist. Die Sonne scheint und es ist schön warm, während es daheim seit einer Woche dauernd regnet. Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg zurück nach Klaipeda und besuchen auf dem Weg die Kormoran-Kolonie, die sich seit einigen Jahren einen Kiefernwald als Brutgebiet ausgesucht hat. Die Kiefern verenden von dem ätzenden Kot der Vögel und es bleiben nur noch Gerippe mit den Nestern stehen; es gibt also auch noch andere Spezies, die ihren Lebensraum nachhaltig zerstören. Erstaunlich aber, wie die Vögel mit ihren Schwimmhäuten an den Füße trotzdem auf Bäumen landen und nisten können.

Unser Tagesziel ist Palanga, ein Seebad an der Ostsee etwas nördlich von Klaipeda mit einem berühmten Bernsteinmuseum in einem alten Schloss mit botanischem Garten. Es ist Samstag und Sommerferien – in Palanga ist die Hölle los. Natürlich findet sich für ein Wohnmobil kein Parkplatz und wir geben entnervt auf und fahren zu einem Campingplatz ca. 7 Km außerhalb der Stadt.. Dort bekommen wir mit Glück den letzten freien Platz. Das Mittagessen kann man nachmittags um 4 kaum noch als solches bezeichnen, zum Glück hatten wir noch ein Frühstück beim Bäcker in Nida.

Genau für diesen Parkplatznotfall hatten wir die Fahrräder mitgenommen, jetzt sind sie die einzige Möglichkeit, Palanga zu erkunden. Direkt am Zeltplatz führt der Radweg vorbei, der abseits der Straßen in die Stadt führt – sehr praktisch. In Palanga gibt es eine Seebrücke (mit Blick auf tolle Gewitterwolken), einen megavollen Strand und eine ziemlich große und ebenso volle Fußgängerzone mit klassischer Tourismus-Ausstattung, Rimini in Litauen! Nachdem wir die Fußgängerzone dreimal auf und ab gelaufen sind, Rezensionen über alle Bars und Restaurants gelesen haben, entscheiden wir uns für eine Lokalität in der wir, obwohl nichts los ist, sehr zögerlich registriert werden. Die Speisekarte ist enttäuschend und wir suchen das Weite, finden dann aber doch noch ein passendes Lokal für ein Bier und rudimentäres Abendessen. Den spektakulären Sonnenuntergang lassen wir uns, genauso wie 1000 andere Sonnenanbeter nicht entgehen.

Auf dem Heimweg, kurz vor dem Campingplatz findet sich eine fast schon karibische Strandbar, es ist schon halb 11, aber dunkel ist es noch lange nicht und so kommen wir doch noch zu einem romantischen Sonnenuntergangs-Cocktail.

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