Heute ist Freitag und da hat das Auto frei, wir fahren mit dem Fahrrad. Auf der Kurischen Nehrung verläuft längs ein breiter Radweg über 50 Kilometer meist durch die lichten Wälder, fast immer abseits der Straße, keineswegs eben und intensiv genutzt von den vielen Touristen, die sich auch an vielen Stellen Räder ausleihen können. Wir fahren vom Campingplatz erstmal ins Dorf Nida zur Bäckerei und dann ans Ufer des Haffs für ein Frühstück mit Kuchen und Quarktasche. So gestärkt radeln wir nach Norden mit dem Ziel die Toten Dünen zu besuchen. Noch in Nida stehen viele hübsche Holzhäuser an der Uferpromenade mit schönen Gärten und etwas oben am Hang steht ein stattliches, reetgedecktes Haus in dem Thomas Mann ein paar Sommer gelebt und auch einige berühmte Maler zu Besuch gewesen sein sollen.


Nach ca. einer Stunde Fahrt empfiehlt das Regenradar ebenso wie der Blick in den Himmel eine überdachte Pause. Im Dorf Pervalka gibt es genau ein kleines Gasthaus, bei dem wir einkehren und eine Kleinigkeit essen, um das Gewitter abzuwarten. Es ist ziemlich kühl und wir haben zu wenig zum Anziehen dabei, aber es gibt Decken zum Einwickeln.
Wie vorhergesagt hört der Regen nach einer Stunde wieder auf und wir fahren weiter, noch 5 Kilometer zu den Toten Dünen. Weil man in früheren Jahrhunderten mehrfach Dörfer im treibenden Sand aufgeben und woanders neu aufbauen musste, wurde es den Bewohnern zu blöd und man hat die Dünen auf der Ostsee-, dem Wind zugewandten Seite bepflanzt und damit die Sanddrift weitgehend unterbunden – dann waren die Dünen eben tot. Hier muss man nochmals Eintritt zahlen, was schon frech ist, weil man ja schon Eintritt für den Nationalpark bezahlt hat.





Zurück nach Nida fahren wir schon wieder im Sonnenschein und es wird so warm, dass wir den Rest des Nachmittags am endlosen feinsandigen Ostsee Strand verbringen und auch baden gehen, was gar nicht so einfach ist, denn die Ostsee ist wirklich ein flaches Meer. Hinter dem nicht klar definierten FKK Bereich liegt Russland, da sollte man besser nicht nackig rüber laufen.

