Zu den Dünen auf der Kurischen Nehrung

Die Kurische Nehrung ist ein schmaler ca. 100 Km langer Streifen Land der sich von der Mündung der Memel in die Ostsee bei Klaipeda bis nach Kaliningrad erstreckt. Gut die Hälfte davon gehört zu Litauen und kann es spielend mit jedem italienischen Strand aufnehmen – Andrang und Preise betreffend. Alleine die Überfahrt von Klaipeda, wiewohl nur ca. 500 m Fährfahrt kostet 23 €, dann kommen 50 € Eintritt für den Nationalpark dazu und der Campingplatz war auch der teuerste bisher und fühlt sich an wie in Rimini – so ist das halt dort wo alle hin wollen, dafür muss es Gründe geben…

Auf dem Weg nach Nida, dem letzten Ort vor der russischen Grenze fährt man meist durch schöne Kiefernwälder und kommt durch ein paar Ortschaften, z.B. Joudkrante, wo sich wieder ein feines Fischrestaurant findet, das hinter dem Haus einen eigenen Garten hat, auf dem die Beilagen angebaut werden. Hier gibt es auch einen Hexen-Wanderweg durch die Kiefernwälder, entlang dessen zahlreiche Holzhexen und andere schräge Geister aufgestellt sind.

Auf dem Weg nach Nida, dem einzigen Campingplatz im Nationalpark, haben wir im nächsten Dorf geräucherten Fisch für’s Abendessen erstanden und dabei eine neue Fischart kennengelernt, den Finten.

Nachdem der Camper in dem dichten Wald auf einem freien Platz eingefädelt war, sind wir hinauf zur großen Düne gewandert, die erst von oben als solche richtig zu erkennen ist, denn große Teile sind unter Vegetation verborgen. Vom Gipfel sieht man rüber nach Russland wo entfernt eine Radarstation zu erkennen ist und auch sonst merkt man die Nähe zu Kaliningrad – obwohl 360° freie Sicht zum Himmel, ist das GPS Signal merkwürdig instabil. Schon in Kaunas wurden wir vom nervtötenden Pfeifen der litauischen NINA Variante geweckt – eine Drohne war von Belarus bis über Vilnius geflogen und ist dann wohl abgestürzt und noch nicht gefunden worden.

Nur ein kleiner Teil der riesigen Dünenlandschaft ist frei zugänglich, aber schon wenige Meter vom Gipfel entfernt sind wir alleine und stapfen angestrengt auf dem sandigen Pfad, einmal im großen Kreis. Der Weg führt auch hinunter ans Haff, das auf der windabgewandten Seite spiegelglatt daliegt, leider eine grün-algige Brühe, so kommt keine rechte Lust zum Baden auf. Aber morgen gibt es ja noch den endlosen Ostsee-Strand auf der anderen Seite zu erkunden. Ob der Fuchs wild war oder ein abgerichteter russischer Grenzschützer – man wird leicht misstrauisch hier.

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