Nach einer ruhigen Nacht und einem gemütlichen Frühstückskaffee auf der großen Wiese des Campingplatzes fahren wir ca. eine Stunde nach Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens. Auf dem großen, zentralen Parkplatz findet sich leicht ein Stelle, wo wir so einparken können, dass niemand behindert ist. Dann geht es zu Fuß weiter in die Innenstadt, die vielleicht die längste Fußgängerzone Europas hat. Gleich zu Beginn schauen wir in die Kathedrale Peter&Paul, in der gerade Messe ist und die so gut besucht ist, wie bei uns nur an Weihnachten. Die helle, mit kräftigen Farben dekorierte Kirche ist wirklich ein einladendes Gotteshaus, anders, als ich unsere Kirchen oft düster empfinde.


Weiter geht es in Richtung einer Brunch-Bar, wo wir ein feines Egg Benedict zu frisch gepresstem Orangensaft wählen und es derweil sonniger und deutlich wärmer wird. Wir schlendern weiter durch die Fußgängerzone durch einen Nebelbogen gegen die Hitze und weiter zum Teufelsmuseum, dem angeblich größten seiner Art weltweit. Weil Sonntag ist und der Teufel frei hat, ist der Eintritt kostenlos. Die zahlreichen Exponate aus allen Herren Länder sind selten wirklich furchteinflößend und manchmal eher kreativ-witzig.




Nächster Stop ist das Militärmuseum, nicht wegen seiner Sammlung, sondern wegen eines für 16 Uhr angekündigten Glockenkonzerts aus 49 Glocken aus einem schlichten Turm neben dem Museumsbau. Punkt vier Uhr geht es los, allerdings anders als erwartet tritt eine Formation von Gardeoffizieren an, um zu Marschmusik zum Monument des litauischen Freiheitskampfes zu marschieren und eine Fahne einzuholen. Dieser Krieg fand Anfang der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts statt und die Gardeoffiziere könnten fast daran teilgenommen haben… Dann folgt doch noch das Glockenspiel.


Um einen Überblick über Kaunas zu bekommen erklimmen wir einen Hügel mit einer weiteren mächtigen Kirche oben drauf, Christi Auferstehung, der man auf’s Dach steigen kann. Gute Sicht rundum, aber spektakulär ist anders. Noch eine Kirche springt ins Auge, die des Erzengels Michael, ein russisch orthodoxes Bauwerk.



Durch die kilometerlange Fußgängerzone geht es zurück zum Parkplatz, auf dem Weg finden wir ein georgisches Restaurant in dem wir sehr lecker zu Abend essen. Dann ist es noch eine halbe Stunde Fahrt zum bedeutendsten ethnographischen Museum Litauens, auf dessen Parkplatz wir das Nachtlager aufschlagen, um es morgen zu besichtigen.
